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Start-ups sind heutzutage in aller Munde. Sie sind hip, sie sind innovativ und sie gestalten die Zukunft. So der weit verbreitete Mythos. Und dieser ist nicht unbegründet. Aber was bedeutet es, für ein Start-up zu arbeiten, was sind die Chancen und Risiken für Mitarbeiter? Genau dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach.

Start-ups sind ohne Zweifel eine sehr interessante Option für junge Menschen bzw. Berufseinsteiger. Themen wie bspw. Nachhaltigkeit, Umwelt, Technologie, Innovation uvm. finden gerade in Start-ups Ihren Ursprung und Ihre mediale Verbreitung. Genau das findet bei Berufseinsteigern hohe Beachtung und ist für diese Zielgruppe eines der wichtigsten Entscheidungsmerkmale.

Neben aller Positivität sind manche Berufseinsteiger dann aber doch auch etwas überrascht, wenn sie nach den ersten Tagen und Wochen voller Euphorie auch feststellen müssen, dass nun mal nicht alles Gold ist was glänzt. Ist das ein Problem? Nein, natürlich nicht und selbiges trifft auch nicht nur auf Start-ups zu, sondern auf nahezu alle Unternehmen dieser Welt. Was aber sicherlich Start-up spezifisch ist, dass es in den meisten dieser Unternehmen noch keine feste Struktur oder feste Abläufe gibt. Genau das zeichnet diese Unternehmen aus und ist auch der Reiz dort anzufangen. Für Berufseinsteiger kann dies aber durchaus zur Bewährungsprobe werden. Wenn sich die Einarbeitung auf organisatorische  Themen beschränkt, es keine Leitplanken gibt, man sich die Arbeit selbst einteilen muss und auch dafür in der Verantwortung steht ist das nach manch klassischem Studium schon eine Hürde, die zunächst übersprungen werden muss. Und in vielen Fällen hat man auch keinen Vorgesetzten, der im Notfall ansprechbar ist. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass das Arbeiten in einem Start-up mit einer wohltätigen Arbeit gleichzusetzen sei. Auch ein Start-up, bei allem Hype, Innovation und Kreativität, muss am Ende wirtschaftlich erfolgreich sein, damit es von Seiten der Investoren weiterhin unterstützt wird und auch Arbeitsplätze gesichert sind.

Und das bringt uns auch zu einem der größten Risiken in der Start-up Welt. Die wirtschaftliche Sicherheit. Tausende von Start-ups werden täglich überall auf der Welt gegründet und Millionen von Start-ups gibt es schon heute. Es ist keine neue Erkenntnis, dass der Großteil davon wirtschaftlich nicht überleben wird. Denkt man allein schon an eine gängige Investorenregel, dass von 10 Investments nur eines erfolgreich sein wird, kann man sich das mathematische Risiko einfach errechnen. Sollte einen das abschrecken?

Nun ja, es kommt auf den einzelnen Charakter an. Wer sich nach Sicherheit (im Allgemeinen auch eher ein Gefühl als eine Tatsache) sehnt und gerne für sich eine Karriere mit klaren Linien und Zeiten plant, für den ist ein Start-up vermutlich eher nicht geeignet. Wer aber nicht unbedingt allzu lange in die Zukunft plant, für sich eher die Innovation, Kreativität und die Faszination von Neuem in den Vordergrund stellt, für den ist ein Einstieg bei einem Start-up sicher zu empfehlen. Und da ist es dann auch eher nicht weiter von Belang, dass man in einem Start-up eher wenige Jahre verweilt und dann weiterzieht.

Sicherlich noch anzumerken und ein wesentlicher Punkt ist, dass Start-ups in der Regel weniger Gehalt bieten als etablierte Unternehmen. Ein Sachverhalt, den man wissen muss und vor dem Jobantritt mit den sonstigen Vorzügen der Position bewusst abwägen muss. Natürlich gibt es medial immer wieder Beispiele, wo Gründer von Start-ups gezielt Lohndumping betreiben und ihre Mitarbeiter quasi als Geschäftsmodell ausbeuten, um dann mit der vermeintlichen späteren Karrierechance aufgrund der „hervorragenden“ Ausbildung zu kokettieren. Medial wird so etwas selbstverständlich immer gerne genommen, wir möchten aber ausdrücklich betonen, dass dies beileibe nicht auf die Masse der Start-ups und die Branche insgesamt zutrifft.

Das Fazit für Berufseinsteiger kann also lauten, wenn du auf Innovation, Kreativität, Selbstbestimmtheit und das Mitwirken an „The next big thing“ interessiert bist bzw. das deine Prioritäten sind, dann solltest du dir definitiv ein Engagement bei einem Start-up überlegen bzw. es in Betracht ziehen. Sei dir eben nur bewusst, dass Strukturen, Leitplanken oder hohe Gehälter dort nicht allzu präsent sind. Für alle anderen gilt, schau lieber nach etablierten Unternehmen für einen Berufseinstieg.

Was ist nun aber mit Leuten mit einer hohen Berufserfahrung?

Auch hier ist das Thema Start-up äußerst interessant, aber zugleich wesentlich riskanter. Die Punkte wie oben erwähnt gelten natürlich auch hier. Da es bei den Bewerbern mit Berufserfahrung sich aber in der Regel um Menschen mit familiären Verpflichtungen und einem gewissen Alter handelt, müssen diese naturgemäß das Thema Risiko und Absicherung wesentlich stärker in den Fokus ihrer Entscheidung rücken. Ist bereits ein finanzieller Background vorhanden, so fällt die Entscheidung für ein Start-up bei dieser Gruppe oft leichter. Für alle anderen ist es ein Wagnis.

Oftmals kommen Berufserfahrene aus sehr etablierten Unternehmen mit Strukturen, Prozessen und klaren Abläufen und Hierarchien. Genau das Gegenteil erwartet sie in einem Start-up. Eine nicht zu vernachlässigende Tatsache, die manchen aus dem Gleichgewicht bringt. Zudem sind Erfolgsmeldungen in einem Start-up schneller gefragt als in etablierten Unternehmen. Gerade Mitarbeiter im Vertrieb bringt das oft aus der Balance.

Lautet deshalb die Empfehlung hier, nicht in ein Start-up zu wechseln? Nun ja, die Antwort lautet wohl eher „jein“.

Hat man den finanziellen Background oder ist aufgrund seines Lebensstils nicht allzu abhängig davon, dann kann man diesen Schritt definitiv wagen und er wird einen auch in der persönlichen Entwicklung weiterbringen.

An die Start-ups gerichtet ist zu sagen, dass es mehr als empfehlenswert ist, bei den Mitarbeitern eine gesunde Mischung aus Berufseinsteigern und Berufserfahrenen zu haben. Dies wird auch in der Start-up Branche mehr und mehr wahrgenommen und auch von Investoren gefordert. Die CEOs der Start-ups stehen also in der Pflicht, die genannten Chancen und Risiken auszubalancieren, wollen sie den Erfolg nachhaltig gestalten.

Egal zu welcher Rubrik von Mensch sie sich zählen, gerne dürfen sie sich an uns wenden um herauszufinden, welcher nächste Karriereschritt für sie der richtige wäre.


English version:

Start-ups as employers – opportunities and risks

Start-ups are on everyone’s lips these days. They are hip, they are innovative and they shape the future. That is the popular myth. And this is not unfounded. But what does it mean to work for a start-up, what are the opportunities and risks for employees? This is exactly the question we are looking into in this article.

Start-ups are without a doubt a very interesting option for young people or young professionals. Topics such as sustainability, the environment, technology, innovation and much more. It is precisely in start-ups that they find their origin and their media distribution. This is exactly what is highly valued by young professionals and are one of the most important decision-making features for this target group.

In addition to all the positivity, some young professionals are also a bit surprised when, after the first days and weeks of euphoria, they also find that not all gold that glitters is gold. Is this a problem? No, of course not, and the same applies not only to start-ups, but to almost all companies in the world. But what is certainly start-up-specific is that most of these companies do not yet have a fixed structure or fixed processes. This is exactly what distinguishes these companies and is also the attraction of starting there. However, this can be a real test for young professionals. If the familiarization is limited to organizational issues and there are no guard rails and you have to divide up the work yourself and you  held responsible for it – this is a hurdle after some classic studies that must first be skipped. And in many cases you do not have a supervisor who can be contacted in an emergency. One should not be under the illusion that working in a start-up equates to charitable work. Even a start-up, with all the hype, innovation and creativity, must ultimately be economically successful so that it continues to receive support from investors and jobs are also secured.

And that also brings us to one of the greatest risks in the start-up world. Economic security. Thousands of startups are founded all over the world every day and there are already millions of startups today. It is not a new finding that the majority of it will not survive economically. If you just think of a common investor rule that only one out of 10 investments will be successful, you can easily calculate the mathematical risk. Should that put you off?

Well, it depends on the individual character. If you long for security (generally more a feeling than a fact) and would like to plan a career with clear lines and times, a start-up is probably not suitable for you. But for those who do not necessarily plan too long into the future, preferring to focus on innovation, creativity and the fascination of new things, joining a start-up is definitely recommended. And then it does not really matter that you stay in a start-up for a few years only and then move on.

Certainly still to be noted and an essential point is that start-ups usually offer less salary than established companies. A fact that you have to know and must consciously weigh against the other advantages of the position before starting a job. Of course, there are always examples in the media where the founders of start-ups are deliberately dumping wages and exploiting their employees as a business model, in order to then flirt with the supposed future career opportunity due to the “excellent” training. In the media, something like this is of course always welcome, but we would like to emphasize that this by no means applies to the mass of start-ups and the industry as a whole.

The conclusion for young professionals can be that if you are interested in innovation, creativity, self-determination and participation in „The next big thing“ or if these are your priorities, then you should definitely consider or become involved in a start-up. Just be aware that structures, guard rails or high salaries are not too present there. For everyone else, it is better to look to established companies for a career start.

But what about people with a lot of work experience?

Here, too, the start-up topic is extremely interesting, but at the same time much more risky. The points mentioned above naturally also apply here. Since the applicants with work experience are usually people with family responsibilities and a certain age, they naturally have to focus their decision much more on the issue of risk and protection. If you already have a financial background, the decision for a start-up with this group is often easier. For everyone else, it’s a risk.

Often experienced professionals come from very established companies with structures, processes and clear workflows and hierarchies. Exactly the opposite can be expected in a start-up. A fact that should not be neglected and that upset some. In addition, success reports are in demand more quickly in a start-up than in established companies. This often upsets or worries employees in sales, in particular.

Is that why the recommendation here is not to switch to a start-up? Well, the answer is more like „yes and no“.

If you have the financial background or are not too dependent on it due to your lifestyle, then you can definitely dare to take this step and it will also help you further in your personal development.

Addressing the start-ups, it should be said that it is more than recommendable to have a healthy mix of career starters and professionals with employees. This is also being noticed more and more in the start-up industry and is also being demanded by investors. The CEOs of the start-ups are therefore obliged to balance the opportunities and risks mentioned if they want to make success sustainable.

Regardless of which category of person you belong to, you are welcome to contact us to find out which next career step would be the right one for you.