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Softwareprodukte sind und waren im Bereich der Logistik stets sehr vielfältig und zahlreich. Nahezu jede Facette der Supply Chain wurde in den vergangenen Jahrzehnten in Software abgebildet, möge der Bereich noch so groß oder die Nische auch noch so klein gewesen sein.

Die schiere Anzahl der Anbieter hat es den Kunden, den Nutzern, in den vergangenen Jahren schwer gemacht, den Markt noch zu durchschauen.

Doch viel herausfordernder für die Kunden waren und sind die zahlreichen Einzellösungen mit fehlenden Standardschnittstellen oder gemeinsamen Entwicklungsstandards, die eine Kombination der jeweiligen Lösungen schwer bis unmöglich machte. An eine Supply Chain übergreifende Lösung war im Prinzip nicht zu denken. Viele Ansätze mit ETA (Estimated Time of Arrival) Tools sind unter anderem genau daran bisher gescheitert.

In einer Zeit, in der auch das einzelne Logistikunternehmen zunächst damit beschäftigt war, sich selbst zu optimieren und zu versuchen die Profitabilität nachhaltig umzusetzen, war dies auch nicht weiter dramatisch, ja fast schon zielgerichtet.

Nun aber wandelt sich der Markt. Logistikunternehmen sind mehr und mehr gezwungen, aus Ihrer eignen Komfortzone herauszutreten und sich den Bewegungen der Supply Chain zu fügen oder sie entscheidend mit zu beeinflussen, auch außerhalb ihres bisherigen Aufgabenspektrums. Das Resultat ist, dass Logistikunternehmen heute Softwarelösungen suchen, die über den Tellerrand der jeweiligen Aufgabe und des jeweiligen Einsatzes blicken.

Tourenplanung, Transportmanagement, Flottenmanagement, Warehouse Management, Frachtenvermittlung etc. waren alles für sich genommen gute und verlässliche Lösungen, da auch Kunden entsprechend unterschiedlich aufgestellt waren. Netzwerkverkehre, Rahmentouren, FTL, LTL, Express, Baustellenlogistik, Getränkelogistik, Produktionslogistik, Handel und vieles mehr – all das hatte seine Position im Logistikmarkt. Interessanterweise global nahezu identisch.

Dieses Blatt wendet sich seit geraumer Zeit. So wie die Kunden nun in der Lage sein müssen, größere Segmente der Supply Chain abbilden zu können, so müssen Softwareanbieter Lösungen offerieren, die über die gesamte Supply Chain hinweg einsetzbar sind. Wenn überhaupt, dann noch in Luft-, Land-, Schienen- und Seeverkehre unterteilbar. Auch der gegenwärtig oftmals gehörte Ansatz der Konzentration auf Last Mile und des Betrachtens des übrigen Verkehrs als „Commodity“ ist ein sehr kühner und sicher nicht zukunftsfähiger Ansatz. Auch wenn aktuell sehr viel externes Geld in diesen Markt gepumpt wird, so wird sich auch hier die Streu vom Weizen trennen. Allerdings ist es erfreulich, dass die Finanzindustrie nun dadurch auch die Logistik als spannendes Betätigungsfeld entdeckt hat. Endlich! Technologie in Kombination mit Logistik ist das Erfolgsgeheimnis der Gegenwart und der Zukunft. Nichts wird auf dieser Welt ohne diese erfolgreiche Kombination gehen. Amazon, Alibaba und Co. sind mehr als sichtbare Wegbereiter dieser Philosophie und die Erfolgswelle wird sicherlich noch steil nach oben gehen. COVID-19 ist hier nicht der Treiber, die Zukunft ist es.

Doch wie sollen es Logistiksoftwareanbieter nun schaffen, sich von einem Einzelproduktanbieter oder Nischenanbieter zu einem globalen Partner ihrer Kunden zu entwickeln?

Ein im Markt bereits gern propagiertes Mittel der Wahl ist die sogenannte Plattform. Aber was ist darunter zu verstehen? Wir wollen keine technische Interpretation des Begriffes diskutieren, sondern vielmehr die Marktsicht und wie sie sich aus unserer Sicht definieren sollte.

Plattform soll vereinfacht dargestellt (zugegebenermaßen sehr einfaches Marketing), die technologische Basis der Bereitstellung von verschiedenen Softwareprodukten oder Diensten darstellen. Daher gehen viele Anbieter zunächst den Weg und bündeln ihre bisherigen Produkte, versuchen sie auf eine einheitliche technologische Basis zu bringen und den Kunden dadurch möglichst zumindest innerhalb eines Anbieters ein homogenes Produktportfolio anbieten zu können. Manchen gelingt es, manchen nicht.

Und wieder andere haben es aufgrund der bereits ebenfalls im Markt vielfach propagierten Cloudprodukte leichter, diverse Produkte miteinander zu verknüpfen.

Aber kommen wir darauf zurück, wie es eigentlich aussehen sollte, worauf wartet der Markt?

In der deutschen Sprache würde man sagen der Markt / die Kunden suchen die Eierlegendewollmichsau. Und das, obwohl alle wissen, dass es diese zumindest in der Realität nicht gibt und der Kunde diese alleskönnende Softwaremaschine auch nicht benötigt.

Der Zauber liegt in der Einfachheit, in der Flexibilität, in der Skalierbarkeit und in der Modularität. Nutze was du brauchst, wann du es brauchst. Kleine überschaubare Dienste und Applikationen in einem Ökosystem, das nicht proprietär und damit restriktiv gebaut ist, sondern offen für weitere, alternative oder zusätzliche Lösungen. Die Kunden werden nicht in abgeschlossene Systeme investieren. Sie brauchen die Freiheit, ihr Geschäft anpassen zu können, ohne hohe Investitionen oder technische Restriktionen überwinden zu müssen. Ein Anbieter kann dies nicht lösen, viele können es. Warum sind „Plattformen“ wie iOS oder Android erfolgreich, warum ist Amazon oder Alibaba marktbeherrschend? Weil sie die Basis für Wachstum geschaffen haben. Sie haben Möglichkeiten geschaffen, alle erdenkbaren Anwendungen für alle erdenkbaren Szenarien mittels ihrer „Plattform“ abbilden zu können, nicht selbst, aber durch Dritte. Und ja, sie lassen sich das gut bezahlen. Haben Sie das Recht dazu, aber sicher. Sie haben es entwickelt.

Was uns fehlt, ist das gleiche Gedankengut in die Software für Logistik zu übersetzen. Plattformen, über die ich alle Produkte in Form von Diensten und Applikationen abrufen kann, mit einem einheitlichen einfachen Businessmodell, einfach abzurechnen, leicht zu skalieren und bedarfsgerecht anzuwenden. Über die einzelnen Anwendungsgebiete hinweg. Grenzen bisheriger Definitionen werden verschwimmen, Intralogistik, Transportlogistik… all das wird zu einer Einheit und ermöglicht den First Movern, den mutigen und innovativen Anbietern, aus ihren heutigen Grenzen herauszutreten und sich in völlig neuer, stärkerer Position am Markt aufzustellen.

Der Weg dahin ist durchaus fordernd. Wie schon erwähnt, bedarf es dazu nicht nur einer Transformation von bestehenden Produkten auf eine technologische Basis, sondern kreativer Ansätze, wie und welche Produkte, Dienste, Applikationen die Supply Chain an welcher Stelle unterstützen und wie dies überlappend geschehen kann. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem es benötigt wird.

Natürlich gibt es bereits am Markt Player, die schon auf einem guten Weg sind und auch schon gewisse Wettbewerbsvorteile für sich herausgearbeitet haben. Aber gibt es schon den Einen? Ist der Markt besetzt? Aus unserer Sicht ein klares Nein. Jetzt ist die Zeit – denn bekanntlich beißen den letzten die Hunde.

Wie sehen Sie das? Gerne gestalten wir diesen Prozess mit Ihnen gemeinsam.

English:

Software products are and have always been very diverse and numerous in the field of logistics. Almost every facet of the supply chain has been mapped in software over the past few decades, no matter how large the area have been or how small the niche.

The sheer number of providers has made it difficult for customers, the users, to see through the market in recent years.

However, the numerous individual solutions with missing standard interfaces or common development standards were and are much more challenging for customers which made combining the respective solutions difficult or even impossible. In principle, a cross-supply chain solution was out of question. Many approaches with ETA (Estimated Time of Arrival) tools have failed so far, among others, because of this.

At a time when the individual logistics company was also initially busy optimising itself and trying to implement profitability in the long term, this was no longer dramatic, in fact it was almost purposeful.

But now the market is changing. Logistics companies are more and more forced to step out of their own comfort zone and to submit to the movements of the supply chain or to have a decisive influence on them. Even outside of their previous range of tasks. The result is that logistics companies are now looking for software solutions that think outside the box of the respective task and use.

Trip scheduling, transport management, fleet management, warehouse management, freight brokerage, etc. were all good and reliable solutions in themselves, as customers were also set up differently. Network transport, framework tours, FTL, LTL, express delivery, construction site logistics, beverage logistics, production logistics, trade and much more – all of this had its position in the logistics market. Interestingly, almost identical globally.

This tide has been turning for some time. Just as customers must now be able to map larger segments of the supply chain, software providers must offer solutions that can be used across the entire supply chain. If at all, it can be divided into air, land, rail and sea transport. The approach often heard at the moment of concentrating on the last mile and considering the rest of the logistics traffic as a „commodity“ is a very bold and certainly not sustainable approach. Even if a lot of external money is currently being pumped into this market, the litter will separate from the wheat here too. However, it is gratifying that the financial industry has now discovered logistics as an exciting field of activity. At last! Technology in combination with logistics is the secret of success of the present and the future. Nothing in this world will work without this successful combination. Amazon, Alibaba and Co. are more than visible pioneers of this philosophy and the wave of success is sure to go steeply upwards. COVID-19 is not the driver here, it is the future itself.

But how should logistics software providers manage to develop from a single product provider or niche provider to a global partner for their customers?

A means of choice that is already popular in the market is the so-called „platform“. But what does that mean? We do not want to discuss a technical interpretation of the term but rather the market view and how it should be defined from our point of view.

The platform should be presented in a simplified manner (admittedly very simple marketing), representing the technological basis for the provision of various software products or services. For this reason, many providers first go the same route and bundle their previous products, trying to bring them to a uniform technological basis and thereby be able to offer customers a homogeneous product portfolio at least within one provider. Some succeed, some not.

And still others find it easier to link various products with one another due to the cloud products that are already widely propagated on the market.

But let’s get back to what it should look like, what is the market waiting for?

In the German language one would say the market / the customers are looking for the egg-laying woolly pig. And that although everyone knows that at least in reality this does not exist and the customer do not need this all-round software machine either.

The magic lies in the simplicity, in the flexibility, in the scalability and in the modularity. Use what you need, when you need it. Small, manageable services and applications in an ecosystem that is not proprietary and therefore restrictive, but open to others, alternative or additional solutions. Customers will not invest in self-contained systems. They need the freedom to adapt their business without having to overcome high investments or technical restrictions. One provider cannot solve this, many can. Why are „platforms“ like iOS or Android successful, why is Amazon or Alibaba dominant in the market? Because they created the basis for growth. They have created the possibility of mapping all conceivable applications for all conceivable scenarios using their „platform“. Not all by themselves, but through third parties. And yes, they are well paid for. They have the right to do so, of course. They developed it and took the risk of being first movers.

What we are missing is translating the same ideas into software for logistics. Platforms on which you can access all products in the form of services and applications, with a uniform, simple business model, easy to bill, easy to scale and to use as required. Across the individual areas of application. The boundaries of previous definitions will become blurred – intralogistics, transport logistics … all of this will become a unit and enable first movers, the courageous and innovative providers, to step outside their current boundaries and position themselves in a completely new, stronger position on the market.

The way to get there is quite demanding. As already mentioned, this not only requires a transformation of existing products on a technological basis, but also creative approaches. How and which products, services, applications support the supply chain at which point and how this can be done overlapping. Exactly when it is needed.

Of course there are already players on the market who are on the right track and who have already worked out certain competitive advantages for themselves. But does one already dominate? Is the market covered? From our point of view, a clear no. Now is the time – because it is well known that the last will be bitten by the dogs.

How do you see it?  We would be happy to design this process together with you.